Sie haben sich entschlossen, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen? Herzlichen Glückwunsch! Doch was kommt jetzt wirklich auf einen zu? Läuft es so wie Sie geplant haben und es vielleicht sogar in Ihrem Businessplan steht? Leider ist es in den meisten Fällen nicht so. Bei vielen Neustartern (?) tauchen recht schnell zwei wesentliche Probleme auf: fehlende Zeit und Umsatzdruck. Diese zwei Faktoren sind jedoch die wichtigsten im eigenen Unternehmen.

Bauen Sie sich eine einfache aber klare Struktur für Ihren wirtschaftlichen Erfolg und nutzen Sie Ihre Disziplin und Ihr Selbstbewusstsein für die Durchführung.

Sein Sie ehrlich zu sich selber und werfen Sie einen Blick auf ihre Aufgaben. Welche Zeit brauchen Sie wirklich? Zum Anfang nehmen Sie sich einen Block und eine Uhr zur Hilfe. Seien Sie fair und ehrlich zu sich selber und notieren Sie die Zeiten, die Sie für Ihre Aufgaben wirklich brauchen. Nach einer Woche fassen Sie zusammen:

– Tätigkeiten
– Zeiten
– Nebentätigkeiten?

Nun sollten Sie einen Überblick haben, für was Sie wirklich welche Zeit benötigen. Stimmt diese Übersicht mit Ihren Vorstellungen und Umsatzplanungen über ein? 95% der Selbständigen antworten jetzt mit NEIN. Doch wo liegt das Problem wirklich?

Stellen Sie sich nun folgende Fragen:
1. Arbeite ich strukturiert?
2. Habe ich zu viele Aufgaben?
3. Passt meine Zeiteinteilung?
4. Nehme ich mehr Aufgaben an, um mehr zu verdienen?
5. Passt meine Kostenkalkulation gegenüber meinem Auftraggeber?

Wenn Sie ehrlich sind und wir davon ausgehen, dass Sie als Selbständiger ein strukturiertes Arbeiten gewohnt sind, werden oftmals die Punkte 2.-5. als Auslöser für die Probleme im eigenen Unternehmen auftauchen. Die Lösung ist in der Regel sehr einfach, jedoch erfordert die Umsetzung einen gewissen Grad an Rückgrat und Selbstbewusstsein. Kalkulieren Sie Ihren Kostenfaktor noch einmal genau! Eine Faustformel für die Berechnung Ihrer Leistungen ist recht einfach umzusetzen: Was verdient ein Angestellter, der Ihre Aufgaben im Unternehmen des Kunden ausüben würde?

Die Formel:

Jahresbruttogehalt, welches man als Angestellter verdienen würde, dividiert durch die Anzahl fakturierbarer Stunden x 2.

Das Beispiel:

Mediendesigner (nach der Ausbildung laut IHK Hamburg): ca. 18.000€.

Die Stunden kann man je nach Branche im Intervall zwischen 1500 und 1600 Stunden im Jahr ansetzen (eher Richtung 1500). Mehr Stunden kann man in der Regel pro Jahr nicht in Rechnung stellen, da man ja noch eine gewisse Zeit für allgemeine Verwaltungstätigkeiten, Akquisition, usw. aufwenden muss. Außerdem wird auch mal der Freiberufler von einem heimtückischen Virus heimgesucht und ist doch tatsächlich so dreist, einige Tage im Jahr im Urlaub zu entspannen.

Also rechnen wir als Beispiel mit den vorhandenen Zahlen:

18.000€ / 1500 Std. x 2 = 24 € / Std. (netto)

Sind Sie jetzt überrascht oder stimmt dieses Beispiel mit Ihrer Kalkulation überein?

Sie denken jetzt mit Sicherheit dass das viel zu teuer ist und dass Ihr Auftraggeber das NIE bezahlen würde, doch das zahlt er. Jeder Unternehmer der sich ehrlich und gewissenhaft mit den Kosten beschäftigt weiß, dass er bei einem Angestellten noch mehr zahlt. Dann kommen noch Kosten für Urlaub, Krankheit etc. für den Unternehmer hinzu.

Wenn Sie sich jetzt den eigentlichen Verdienst vornehmen und damit die Leistungen und Ihre Aufgaben überprüfen werden Sie sehr schnell feststellen das Sie zu viele Aufgaben angenommen haben um Ihre Kosten zu decken. Setzten Sie sich mit Ihrem Auftraggeber zusammen und erläutern Sie Ihre Kosten / Nutzen Situation. 90% der Auftraggeber werden Ihre Argumentation verstehen und sich auf eine Umstellung einlassen. Bei diesen Unternehmen entsteht so eine WIN WIN Situation. Sie Arbeiten strukturierter ohne Überlastung und somit auch für den Auftraggeber effektiver. Zusätzlich sichern Sie sich Ihre persönliche Umsatzsituation.

10% Risiko werden in diesem Fall bleiben: das sind die Auftraggeber die eine 100%ige Leistung fordern, aber nicht bereit sind, diese zu vergüten oder im schlimmsten Fall sich Ihre Arbeitskraft gar nicht leisten können.

Auftraggeber können keinen Mercedes fahren wenn Sie nur Geld für den Bus haben.